Montag, 23. November 2020

5 Millionen Impfdosen gegen COVID-19

Das Bundesgesundheitsministerium hat am 23. November mindestens 5 Millionen Impfdosen des von IDT Biologika im Verbund mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) entwickelten Impfstoffes gegen COVID-19 reserviert. Dessau spiele mit der IDT bei der Impfstoffforschung und -produktion im besten Sinne in der Weltliga, betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei seinem Vor-Ort-Termin.

Seit Anfang Oktober befindet sich der an der Ludwig-Maximilians-Universität München entwickelte und in einem von der IDT Biologika eigens geschaffenen Verfahren für die großtechnische Herstellung in Dessau produzierte Impfstoff in der ersten Phase der klinischen Erprobung. Phase II solle Ende des Jahres beginnen, die dritte und letzte Mitte 2021, so IDT-Geschäftsführer Dr. Jürgen Betzing. Ende kommenden Jahres rechne er damit, eine beschleunigte Zulassung beantragen zu können.

Angesichts aktueller Erfolgsmeldungen wirkt das noch sehr weit weg. Doch darum, die Schnellsten zu sein, ging es den Beteiligten nicht. Wirksamkeit und Sicherheit stehen an erster Stelle – und hier könnten die besonderen Stärken des sogenannten MVA-Vektorimpfstoffes liegen. Denn er basiert auf einer Impfstoffplattform, zu der seit Jahrzehnten umfangreiche klinische Daten vorliegen und die unter anderem bereits bei einem in Europa, Kanada und den USA zugelassenen Pockenimpfstoff zum Einsatz kommt. MVA gilt als besonders sicher und verträglich, auch für Risikogruppen wie ältere Menschen oder Patienten mit chronischen Erkrankungen.


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der IDT Biologika am 23. November gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff besuchte, lobte das Engagement und die Leistungsfähigkeit von IDT. Sein besonderer Dank gelte dem Einsatz der zahlreichen Beschäftigten. „Wir werden von IDT immer mehr und immer positiver überrascht. Dessau ist ein Ort, den viele auf der Welt kennen. Vielleicht sogar mehr, als wir selbst glauben“, betonte Spahn. Die nun vereinbarten 30 Millionen Euro seien – wie schon die Anfang Oktober bewilligten 113 Millionen Euro Forschungsförderung für das Unternehmen und seine wissenschaftlichen Partner – kein Geschenk, sondern eine Investition in die Zukunft. Im Kampf gegen Corona dürfe nicht nur auf eine Technologie, ein Unternehmen oder ein Forscherteam gesetzt werden.


„Ich bin mir sicher, dass wir das Virus nicht nur bekämpfen können, sondern es besiegen werden“, zeigte sich auch Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff optimistisch. Mit seiner fast 100-jährigen Erfahrung und der in Deutschland recht einmaligen Verknüpfung von Forschung, Entwicklung und Fertigung könne IDT dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Seit 2002 habe er als Landespolitiker das Familienunternehmen begleitet und wachsen sehen – vor allem dank der Investitionsbereitschaft der Familie Klocke, beim gemeinsamen Termin vertreten durch den Hauptgesellschafter Carsten Klocke.


Dr. Betzing hob hervor, dass den 440 Millionen Euro, die seit 1993 in den Standort investiert wurden, schon bald weitere Investitionen folgen werden. Die Wirkstoffproduktion wird erweitert, die Sichtung erhält einen Vollautomaten und eine zweite hochmoderne High-Speed-Abfüllanlage soll ab 2023 die Herstellung zusätzlicher 32.000 Injektionsflaschen pro Stunde ermöglichen. Insgesamt sind derzeit 80 Millionen Euro für diese Erweiterungen vorgesehen. Die aktuelle Krise habe gezeigt, dass nationale Alleingänge nicht zum Erfolg führen könnten, so Betzing. Aber jedes Land müsse seinen Beitrag zum großen Ganzen auf europäischer Ebene leisten. Dazu brauche es komplexe Infrastrukturen und Expertise. In Dessau sei beides zu finden. „Wir sehen es als unsere verantwortungsvolle Aufgabe, den Standort für Pandemiefälle auszurüsten – nicht nur im Zuge der Corona-Bekämpfung, sondern auch für zukünftige Pandemien.“ Er hoffe, für dieses gemeinsame Ziel die nationalen und europäischen Entscheidungsträger als enge Partner gewinnen zu können und freue sich daher sehr über den frühen und engen Austausch mit dem Bundesforschungs- und dem Bundesgesundheitsministerium.


„Wir leben in schwierigen Zeiten“, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. „Aber die wichtige Botschaft des heutigen Tages lautet: Es gibt einen Weg aus dieser Krise – und gemeinsam kommen wir auf diesem Weg sehr gut voran.“

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